Hamburg (aktiencheck.de AG) - Dr. Karsten von Blumenthal, Analyst von SES Research, stuft die SolarWorld-Aktie (ISIN DE0005108401/ WKN 510840) weiterhin mit "verkaufen" ein.
SolarWorld habe endgültige Zahlen zum 3. Quartal (Q3) berichtet, die den vorläufigen Zahlen entsprechen würden. Der Hauptgrund für die sehr hohe EBIT-Marge seien laut Unternehmensangaben deutlich günstigere Siliziumpreise gewesen. Neben einem besseren Produktmix habe zusätzliches Material aus der Siliziumrecyclingeinheit zur preiswerten Siliziumversorgung beigetragen. Die hohen Verluste im Finanzergebnis seien auf Verluste aus Finanzinstrumenten zurückzuführen. Rund EUR 30 Mio. hätten wegen bonitätsbedingter Wertberichtigungen aufgrund des wahrscheinlichen Ausfalls einer Bank als Gegenseite der Finanzinstrumente abgeschrieben werden müssen.
Trotz der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise halte SolarWorld an ihren Ausbauplänen fest, da der Konzern keine signifikanten Beeinträchtigungen durch die Krise befürchte. Entgegen dieser Auffassung dürfte die Nachfrage in 2009 schwächer wachsen als bisher angenommen, da sowohl die Eigenkapital- als auch die Fremdkapitalfinanzierung von Solarprojekten in Deutschland, dem größten Solarstrommarkt, deutlich schwieriger werde. Schon gegenwärtig würden viele Banken ihr Kreditexposure auch im Solarbereich reduzieren und Emissionshäuser von einem starken Rückgang der Nachfrage nach geschlossenen Fonds berichten.
In den USA, dem wichtigsten Zukunftsmarkt für Solarstrom, sei die Finanzierungsseite gegenwärtig weitgehend ausgetrocknet. SolarWorld gehe davon aus, dass die großen US-Versorger kapitalstark genug seien, um große Solarparks zu finanzieren. Fraglich sei allerdings, ob die Versorgerbranche in 2009 tatsächlich massiv in Solarenergie investiere, nachdem bereits mehrere US-Versorger zuletzt Abstand von großen Windparkprojekten genommen hätten.
Im Oktober seien die Modulpreise deutlich unter Druck geraten. Beim Anhalten des credit crunches dürfte sich die Tendenz stark sinkender Modulpreise in 2009 fortsetzen. SolarWorld dürfte nächstes Jahr mehr als 50% des Umsatzes im Modulbereich generieren. Dieses Segment sollte direkt dem Preisdruck ausgesetzt sein. SolarWorld rechne mit einem Preisrückgang von 8-12%. Die Schätzung der Analysten gehe von Modulpreisrückgängen von bis zu 25% aus. Ein DCF-Modell ergebe weiterhin ein Kursziel von EUR 14,00.
Das Rating der Analysten von SES Research für die SolarWorld-Aktie lautet weiterhin "verkaufen" (Analyse vom 17.11.2008) (17.11.2008/ac/a/t)
Analyse-Datum: 17.11.2008
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