Nun den untenstehenden Satz im Memorandum
„Sie tun nicht, was sie wissen.“
würde ich bei der Denke von Atomlobbyisten
wohlwollend gerne umdrehen in
"Sie wissen nicht was sie tun" ,
denn ich halte sie für gefährlich,
zumindest lebensgefährlich.
vfuchs
Jenseits von Kohle und Atom
Memorandum von Hermann Scheer,
Präsident von EUROSOLAR, 09. März 2007
Mehr Handlungsmut für Erneuerbare Energien
http://www.eurosolar.de/de/images/st...Kohle_Atom.pdf
„Sie tun nicht, was sie wissen.“
Die von allen Menschen und Tieren aktuell spürbaren Gefahren für Energiesicherheit und Klima verlangen zusätzliche politische Anstrengungen um den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Diesem Ziel stehen keine technischen und wirtschaftlichen Hindernisse entgegen, sondern Blockaden des menschlichen Denkens und des politischen Handelns. Sie müssen überwunden werden. Rasch und radikal.
Die Gefahr der Atomenergie darf dabei nicht unterschlagen oder verdrängt werden. Weder Laufzeitverlängerungen von Atomanlagen noch Neubauten fossiler Großkraftwerke sind in Deutschland erforderlich, um den Energiebedarf* mit sozial verträglichen und wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Preisen zu decken. Beide Scheinlösungen behindern die Anforderungen und Möglichkeiten der notwendigen Neuorientierung und Umstrukturierung der Energieversorgung. Stattdessen sind in erster Linie alle Effizienz- und Sparpotenziale konsequent zu nutzen.
Am gesetzlich beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie muss festgehalten werden. Die Zustimmung der Bevölkerung zur Abwendung von der Atomkraft ist aber nur aufrecht zu erhalten, wenn der Ersatzbedarf nicht mit neuen fossilen Großkraftwerken ausgeglichen wird. Denn wegen der alarmierenden Klimadaten gibt es auch dafür keine ausreichende Akzeptanz mehr.
Neubauten fossiler Großkraftwerke sind schädlich. Stormerzeugungskapazitäten aus fossilen Energien dürfen aus Gründen des nachhaltigen Klimaschutzes nur zugelassen werden, wenn sie für Kraft-Wärme-Kopplung verwendbar sind. Der Ersatzbedarf zur Atomkraft muss vollständig aus Erneuerbaren Energien kommen.
Mit energischem politischem Willen ist innerhalb von 15 Jahren ein Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung von 60 bis 80 % erreichbar. Eine Vollversorgung aus Erneuerbaren Energien wäre dann bis 2040 vorprogrammiert. Um diesen Weg einzuschlagen, müssen administrative Genehmigungsblockaden aufgegeben werden und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss mit Anpassungen an die neuen Erfordernisse fortgelten.
Unausgegorene Ankündigungen, CO2 unterirdisch zu lagern, sind keine Lösungen. Im Vergleich mit erneuerbaren Energien sind sie weder wirtschaftlich konkurrenzfähig noch sind sie für den Arbeitsmarkt vernünftig. Außerdem gefährden sie das Ziel der Energieeffizienz und erhöhen die Importabhängigkeit. Schließlich wäre CO2 im gelagerten Zustand ein dauerndes Zukunftsrisiko wie der Atommüll.
Die These, Atomenergie sei eine kostengünstige Alternative, ist unhaltbar. Wegen der weltweiten Verknappung des Urans hätte Atomenergie allenfalls mit der fragwürdigen Reaktortechnologie der Schnellen Brüter eine vage Aussicht. Solche Reaktortypen im Dauerbetrieb gibt es aber bis heute nicht. Würden sie einsatzfähig, wäre gewaltige Kosten für die Atomenergie und erhöhte Sicherheitsgefahren die zwangsläufigen Folgen.
Bei Erneuerbaren Energien fallen keine Brennstoffkosten an. Mit industrieller Anlagenproduktion und durch laufende technologische Verbesserungen können sie nur preiswerter werden. Dagegen steigen die Kosten konventioneller Energiebereitstellung vor allem wegen unabsehbar steigender Brennstoffpreise und unbezahlbarer Umweltfolgeschäden. Wenn wir Erneuerbare Energietechnologien heute mobilisieren, ist eine kostengünstige und umweltschonende Energieversorgung für die Zukunft gesichert.
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